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02
Mai

Wandergruppe des Sportvereins der Naturfreunde Hessen zu Besuch an der Gedenkstätte Merxhausen in Bad Emstal

Vergangene Woche war eine Gruppe Wanderer aus Mittel- und Südhessen vom Sportverein der Naturfreunde Hessen auf dem Habichtswaldstieg unterwegs. Sie erwanderten dabei im Rahmen der bundesweiten Aktionstage „Gemeinsam für globale Abrüstung und Frieden“ den EcoPfad „Erinnern und Gedenken“ in Breuna mit Besuch eines jüdischen und eines Kriegsgräberfriedhofs. Am 2. Tag ging es dann von Zierenberg bis Bad Emstal, wo sie Gedenkstätten des Ecopfades „Friedenspädagogik“ aufsuchen wollten. Simone, Jutta und ich haben sie zuvor am Parkplatz der Altenburg mit Kaffee und Kuchen empfangen und sind das Teilstück nach Merxhausen, vorbei an der Kriegsgräberstätte, mit gewanderten. Auf dem Friedhof in Merxhausen informierte sie der 1. Vorsitzenden des Kultur- und Geschichtsvereins Merxhausen, Martin Biskamp, über die früher dort lebenden  „Displaced Persons“ und die „Korringenden“ . Es war eine doch recht bedrückende Atmosphäre angesichts des Elends, was sich hinter den Mauern der Landsheilanstalt abgespielt haben muß. Aber Herr Biskamp konnte die Stimmung noch etwas wandeln, als er von modernen Therapien heute für psychisch Erkrankte berichtete.

Displaced Persons nannte man nach dem Zweiten Weltkrieg ausländische Zivilpersonen, die durch Einwirkung des Krieges ihre Heimat verlassen hatten. Dazu zählten Zwangsarbeiter, KZ- Häftlinge, Kriegsgefangenen und andere Arbeitskräfte, die teils freiwillig oder unfreiwillig nach Deutschland gekommen waren. Man schätzt ihre Anzahl auf etwa 7 Millionen, in ganz Deutschland lebten 1945 ca 65 Millionen Menschen. Es war eine herausfordernde Aufgabe der Besatzungsmächte, diese noch neben der Versorgung der deutschen Bevölkerung zu versorgen. Dazu wurde 1943 die internationale Hilfsorganisation UNRRA ( United Nations Relief and Rehabilition Administration) ins Leben gerufen, deren Ziel es war, neben der Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und medizinischer Betreuung, möglichst viele der Displaced Persons in ihre Heimat zurück zu führen. In Merxhausen lebten zwischen 1946 und 1949 mehrere hundert dieser Personen aus Estland, Griechenland, Jugoslawien, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Ukraine und Ungarn. 63 starben und wurden auf einem gesonderten Friedhof bestattet. An der Gedenkstelle stellten die Mitglieder der Wandergruppe eine Blumenschale nieder.

Es wurde auch der „Korringenden“ ( „asoziale Volksschädlinge“ wie Landstreicher, Bettler, Hausierer, Prostituierte die während des Nationalsozialismus kriminalisiert, strafrechtlich verfolgt und in „Korrektionanstalten“ inhaftiert wurden) gedacht sowie der chronisch kranken Menschen, die in der „Landesheilanstalt“ Merxhausen gefangen gehalten, gequält und der Vernachlässigung und dem Hungertod preisgegeben oder in Tötungsanstalten verschickt wurden.

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