{"id":16520,"date":"2022-01-24T15:54:31","date_gmt":"2022-01-24T15:54:31","guid":{"rendered":"https:\/\/naturfreunde-bad-emstal.de\/?page_id=16520"},"modified":"2024-04-01T07:56:36","modified_gmt":"2024-04-01T07:56:36","slug":"100-jahre-naturfreunde-bad-emstal","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/naturfreunde-bad-emstal.de\/?page_id=16520","title":{"rendered":"100 Jahre NaturFreunde Bad Emstal"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><a href=\"https:\/\/naturfreunde-bad-emstal.de\/?p=16921\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Unser Jubil\u00e4umsfest am 9.7.2022<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00fcckblick auf \u00fcber 100Jahre Naturfreunde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die NaturFreunde wurden 1895 als Touristenverein in Wien gegr\u00fcndet. Die Wanderbewegung schwappte bald auch nach Deutschland \u00fcber, wo die Gr\u00fcndung von Ortsgruppen durch den 1. Weltkrieg vorerst unterbrochen wurde. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs bildeten sich in vielen Gemeinden Wanderclubs, zu denen auch Musikgruppen geh\u00f6rten. Es wurde auf Mandolinen und Gitarren gespielt und dazu gesungen. So auch in&nbsp; Sand, wo junge Menschen sich zum Mandolinenclub \u201eWaldeslust\u201c zusammenschlossen. Am 20. Juni 1920 fand die Gr\u00fcndungsversammlung in der Gastwirtschaft \u201eZum k\u00fchlen Grunde\u201c statt. Die Mitgliederzahl wuchs best\u00e4ndig und von den Vereinsbeitr\u00e4gen konnten neue Instrumente angeschafft werden. Es wurde nicht nur musiziert, sondern auch regelm\u00e4\u00dfig gewandert oder getanzt. Heinrich Kimm schlug im November 1921 vor, dem Tourismusverein \u201eDie Naturfreunde\u201c beizutreten. Auf der Gr\u00fcndungsversammlung am 18. Dezember 1921 wurde dieser Vorschlag angenommen und Willi Heinemann zum 1. Vorsitzenden gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch den Anschlu\u00df an die gro\u00dfe Organisation NaturFreunde Deutschlands war man nun durch die Versammlungen in der ganzen Republik unterwegs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1923 plante der Verein die Errichtung einer Schutzh\u00fctte am Emserberg, aber die Inflation machte diese Pl\u00e4ne zunichte. Daf\u00fcr wurde viel in der n\u00e4heren Umgebung gewandert, \u00fcbernachtet wurde in Heuschobern und Scheunen. Nach der Macht\u00fcbernahme Hitlers 1933 wurde die politische Lage immer kritischer, der Tourismusverein \u201eDie Naturfreunde\u201c wurde als staatsfeindlich eingestuft und verboten, die Ortsgruppe Sand musste sich aufl\u00f6sen, Vereinsunterlagen vernichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ende des 2. Weltkriegs 1945 erm\u00f6glichte es den ehemaligen Mitgliedern, sich wieder frei und offen zu treffen.&nbsp; Als antifaschistische Organisation war es den NaturFreunden vielerorts schnell m\u00f6glich, die Erlaubnis zur Neugr\u00fcndung zu erhalten. Au\u00dferdem versuchten sie, ihre von den Nazis beschlagnahmten H\u00e4user, wie das Meissnerhaus, zur\u00fcck zu erhalten. Die erste Versammlung der Naturfreunde in Sand war im August 1947 zur Reaktivierung des Vereins. Im Mai 1949 beschloss die Generalversammlung der Naturfreunde ein eigenes Haus am Emserberg zu bauen und beantragte bei der Gemeinde Sand einen kostenlosen Bauplatz, sowie den Abbruch der Schulscheune und \u00dcberlassung des Materials dem Verein der Naturfreunde. Die Antr\u00e4ge wurden bewilligt, so dass im Juli 1949 mit den Bauvorbereitungen begonnen werden konnte: Materialbeschaffung, Ausschachtarbeiten, Fundamentarbeiten. Die Grundsteinlegung wurde im Mai 1950 mit Beteiligung mehrerer Ortsgruppen gefeiert. Zu diesem Anlass wurde der Bauplatz den Naturfreunden als Eigentum \u00fcberlassen. In v\u00f6lliger Eigenleistung wurde nun mit dem Bau begonnen: viele der Helfer hatten solche T\u00e4tigkeiten noch nie durchgef\u00fchrt, was das Arbeiten erschwerte.&nbsp; Das Richtfest fand im November 1950 statt. Fertiggestellt wurde das Haus nach zweij\u00e4hriger Bauzeit im September 1951, am 16.9.1951 wurde das Haus feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung \u00fcbergeben. Gleichzeitig konnte der Verein sein 30-j\u00e4hriges Bestehen feiern.&nbsp; Das Haus erfreute sich steigender Beliebtheit bei den Tourismusfreunden und wurde bald zu klein. Da das Haus st\u00e4ndige Betreuung erforderte, wurde 1955 mit Hilfe eines Darlehens seitens der Gemeinde Sand eine H\u00fcttenwohnung angebaut, in dem das Ehepaar Heinemann als Hauswarte einzog. Au\u00dferdem \u00fcberlie\u00df die Gemeinde den NaturFreunden eine alte Umkleidekabine, die als Fahrradschuppen genutzt wurde und sp\u00e4ter den Kanuten als Bootshaus diente. Es herrschte eine reges Vereinsleben mit Wanderungen und Fahrten und Teilnahme an gro\u00dfen Versammlungen sowie Urlaubsfahrten und Reisen im europ\u00e4ischen Raum. Auch Lichtbildvortr\u00e4ge von Freunden und Berg- Wandern bereicherten das Miteinander.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wichtig waren die Erhaltungsarbeiten und Neuerungen am Naturfreundehaus, die ausschlie\u00dflich in Eigenleistung erbracht wurden: 1956 wurde eine Kleinkl\u00e4ranlage gebaut, sanit\u00e4re Anlagen und eine Wasserleitung installiert. In den 60er Jahren wurde vor dem Haus ein Freisitz errichtet, der sp\u00e4ter \u00fcberdacht wurde.&nbsp; Das Haus musste zur Entw\u00e4sserung an die Kanalisation der Gemeinde angeschlossen werden. Im Haus wurden zwei Zimmer an die Warmwasserleitung angeschlossen und ein weiteres Zimmer angebaut sowie die Fassade neu gestrichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gebrauchsgegenst\u00e4nde wie Bettw\u00e4sche, Geschirr und Einrichtungsgegenst\u00e4nde mussten erhalten und ersetzt werde. Da konnte oft auf Spenden zur\u00fcckgegriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Haus erfreute sich auch gro\u00dfer Beliebtheit bei ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten, es wurden durchschnittlich 4000 \u00dcbernachtungen im Jahr verzeichnet. Die Arbeiterwohlfahrt kam regelm\u00e4\u00dfig mit etwa 80 Kindern in das Haus sowie Kindergruppen aus Berlin. Viele G\u00e4ste reisten inzwischen mit Autos an, so dass ein Parkplatz n\u00f6tig wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den 70er Jahren wurde die Zufahrt zum Haus und der Parkplatz asphaltiert, eine Zentralheizung im Haus eingebaut und die Sanit\u00e4ranlagen im Untergescho\u00df erneuert. Durch Zukauf konnte das Grundst\u00fcck um den Spiel- und Zeltplatz erweitert werden und damit die Attraktivit\u00e4t noch verbessert werden. Es gr\u00fcndete sich die \u201eGruppe Falkenstein\u201c, deren Ziel es war, die Ruine Falkenstein zu restaurieren und erhalten, heute ein beliebter Ort bei Wanderungen in der Umgebung und des Habichtwaldsteigs. Au\u00dferdem trat man der Sport- und Kulturvereinigung Bad Emstal bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1980 \u2013 2000 wurde ein Anbau geplant und fertiggestellt, ein Biotop am Zeltplatz eingerichtet , der Kinderspielplatz fertiggestellt und der Anbau aufgestockt. Die K\u00fcche wurde mit Nirostaeinrichtung \u201eprofessionalisiert\u201c, sp\u00e4ter kamen noch weitere Einrichtungen sowie der Lastenaufzug dazu. 1995 wurde mit dem Bau der Backhauses begonnen, das 2001 fertiggestellt und in Betrieb genommen wurde. Es erfreut sich auch heute noch gro\u00dfer Beliebtheit bei verschiedensten Aktivit\u00e4ten \u00fcbers Jahr verteilt. Eine weitere Modernisierung war die Installation einer Solaranlage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2004 wurde eine Vereinsgemeinschaft mit den \u201eFreien Kanu- Sportlern\u201c gegr\u00fcndet, die den alten Fahrradschuppen als Bootshaus nutzen durften. Ab jetzt waren die Naturfreunde mit ihrer eigenen Homepage \u201e mit der Welt verbunden\u201c. Es folgte eine Hotline f\u00fcr Hausbelegungsanfragen und ein offener Hotspot . Die Feuerh\u00fctte bekam eine Feuerstelle, die f\u00fcr viele gem\u00fctlich- warme Zusammenk\u00fcnfte genutzt wurde\/wird und eine Au\u00dfen\u00fcberdachung um die Feuerh\u00fctte.&nbsp; F\u00fcr den Bootsanh\u00e4nger wurde ein Unterstand neben dem Backhaus gebaut, f\u00fcr die Kindergruppe ein Bauwagen organisiert, der seinen Standort am Biotop bekam und den die Kindern nach ihren W\u00fcnschen einrichten und nutzen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da der Bootsschuppen allm\u00e4hlich zu klein und auch bauf\u00e4llig wurde, kamen \u00dcberlegungen und Planungen zum Neubau eines Bootshauses auf dem Gel\u00e4nde der Zeltwiese auf, mit dem 2015 begonnen wurde und mit viel Eigenleistung im Oktober 2018 seiner Bestimmung \u00fcbergeben werden konnte. Es bietet au\u00dferdem den Kanuten und Nutzern der Zeltwiese sanit\u00e4re Einrichtungen und eine K\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in die Sicherheit im Naturfreundehaus musste einiges investiert werden, z.B. der Bau eines Fluchtsteges,&nbsp; weitere Ma\u00dfnahmen folgten und sind in Planung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vereinsraum, Besprechungsraum und Jugendraum wurden renoviert und neu gestaltet, Duschen und Herrentoilette im Untergescho\u00df neu gebaut. Ein Tipi f\u00fcr den Zeltplatz angeschafft, was leider im Fr\u00fchsommer zerst\u00f6rt wurde. Eine freundliche Spende der Firma Abenteuer4ma, die regelm\u00e4\u00dfig mit ihren G\u00e4sten im Naturfreundehaus Ferienma\u00dfnahmen durchf\u00fchrt, erm\u00f6glicht im n\u00e4chsten Jahr das Tipi \u2013 Angebot weiterf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere gro\u00dfe Ma\u00dfnahme war der Neubau der Zufahrtsstra\u00dfe, die notwendig wurde, weil gro\u00dfe Fahrzeuge, z.B. M\u00fcllabfuhr oder Busse, immer gr\u00f6\u00dfere Probleme hatten, das Haus zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2017 wurde im Bereich Bad Emstal der NaturaTrail \u201eWaldmeisterweg\u201c realisiert, unterst\u00fctzt durch verschiedene \u00f6ffentliche Institutionen und ma\u00dfgeblich organisiert mit einer Sch\u00fcler- AG der Christine- Br\u00fcckner- Schule in Sand. Bei der Er\u00f6ffnung war der damalige Regierungspr\u00e4sident Walter L\u00fcbcke als Redner zu Gast.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2020 \u201ebewohnen\u201c auch Vierbeiner das Areal am Naturfreundehaus:&nbsp; Mutterziegen mit ihrem Nachwuchs, die mit ihrem Verbiss die Renaturierung\/ Sukzession des Hanges unterhalb des Naturfreundehauses erreichen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letztes Projekt ist die Einrichtung eines Umweltlabors: der alte Bootsschuppen wurde abgerissen und durch ein stabiles Holzhaus ersetzt, in dem ab 2022 verschiedenste Aktionen im Bereich der Naturerforschung angeboten werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben all diesen Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung und attraktiven Gestaltung des Naturfreundehauses wurde nat\u00fcrlich auch das Hauptanliegen der Naturfreunde gepflegt: sozialpolitische Belange, wie Teilnahme an Friedensm\u00e4rschen, Integration z.B. der Migranten, Gemeinschaftspflege wie Seniorentreffen, Wandern, Sonnenwendfeuer. Au\u00dferdem steht den Mitgliedern ein breit gef\u00e4chertes Angebot an Aktivit\u00e4ten f\u00fcr alle Altersgruppen: Kinder- und Jugendgruppe, Seniorentreffen, Backhausgruppe, Kanuten, Wandergruppe, Kochgruppe, Literaturgruppe\/ Lesekreis, Bierbrauen, Spielgruppe, lokale Entwicklung, Filmabende und eine Bibliothek. Diese Gruppen treffen sich regelm\u00e4\u00dfig.  Von M\u00e4rz 2020 bis Juni 2021 war das Naturfreundehaus wegen Corona komplett geschlossen. Im September 2021 ist es 70 Jahre \u201ealt geworden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders zu erw\u00e4hnen ist auch die Unterst\u00fctzung und Mitarbeit bei der Integration der Fl\u00fcchtlinge 2016 in Sand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorsitzende der Naturfreunde waren 1921 \u2013 1933 und 1945 \u2013 1971 Willi Heinemann, 1971 \u2013 2010 Bertold Schmidt, 2010-2023 Gerhard Raabe, seit 2023 Thomas Gurtmann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Jubil\u00e4umsfest am 9.7.2022 R\u00fcckblick auf \u00fcber 100Jahre Naturfreunde Die NaturFreunde wurden 1895 als Touristenverein in Wien gegr\u00fcndet. Die Wanderbewegung schwappte bald auch nach Deutschland \u00fcber, wo die Gr\u00fcndung von Ortsgruppen durch den 1. Weltkrieg vorerst unterbrochen wurde. Nach dem Ende des 1. 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