{"id":17923,"date":"2024-10-20T16:50:52","date_gmt":"2024-10-20T16:50:52","guid":{"rendered":"https:\/\/naturfreunde-bad-emstal.de\/?p=17923"},"modified":"2024-10-20T16:51:50","modified_gmt":"2024-10-20T16:51:50","slug":"physik-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturfreunde-bad-emstal.de\/?p=17923","title":{"rendered":"<strong>Physik der Zeit<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>In &nbsp;einem interessanten Vortrag hat Tom Berger \u00fcber die Umst\u00e4nde und M\u00f6glichkeit einer Zeitreise referiert und &nbsp;sehr ausf\u00fchrlich den Weg dahin beschrieben. Er stellte die ersten \u201eZeitmaschinen\u201c vor und f\u00fchrte mit den Teilnehmern auch eine Zeitreise durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir lernten in diesem Vortrag, dass es zwischen zwei Ereignissen unterschiedlich lange \u201eWege\u201c durch die Zeit gibt, genau so wie es zwischen zwei Orten im Raum unterschiedlich lange Wege durch den Raum gibt. Wenn zwischen zwei Ereignissen wie beispielsweise Abreise und Heimkehr f\u00fcr einen Reisenden weniger Zeit vergeht als f\u00fcr den Daheimgebliebenen, dann ist der Reisende nicht nur durch den Raum gereist, sondern im Vergleich mit dem Daheimgebliebenen auch durch die Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Evolution hat uns Menschen so gestrickt, dass wir mit unserem Alltag klar kommen. Dass es unterschiedlich lange Wege zwischen zwei Orten gibt, ist unser t\u00e4glicher Alltag. Aber weil wir seit jeher kaum nennenswerte Relativgeschwindigkeiten zueinander haben, und weil wir uns alle im gleichen Schwerefeld der Erde aufhalten, vergeht die Zeit f\u00fcr uns alle gleich. Aus dieser Alltagserfahrung des gleichen Zeiterlebens haben wir den naheliegenden, aber falschen Schluss gezogen, dass es zwischen zwei Ereignissen immer nur den gleichen zeitlichen Abstand gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass das anders ist, hat Einstein auf sehr einfache Weise gezeigt, indem er ganz einfach zwei Erkenntnisse der Elektrodynamik auf die Bewegung von K\u00f6rpern \u00fcbertragen hat: er postulierte, dass die Lichtgeschwindigkeit nicht nur die maximale Geschwindigkeit f\u00fcr elektromagnetische Strahlung ist, sondern auch f\u00fcr die Bewegung von K\u00f6rpern, und dass die Lichtgeschwindigkeit aus allen Bezugssystemen heraus immer gleich hoch gemessen wird, egal welche Relativgeschwindigkeit diese Bezugssysteme gegeneinander haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesen zwei simplen Annahmen folgt durch die einfache Erkenntnis, dass in einem rechtwinkligen Dreieck die Hypotenuse l\u00e4nger ist als jede der Katheten, dass in zueinander bewegten Bezugssystemen die Zeit unterschiedlich schnell vergeht. Eine Zeitreise in die Zukunft ist also ganz einfach dadurch m\u00f6glich, dass man sich sehr schnell von der Erde wegbewegt und dann wieder zur\u00fcck kommt. Zwischen den beiden Ereignissen der Abreise und Heimkehr vergeht je nach Geschwindigkeit und Dauer der Reise f\u00fcr den Reisenden weniger Zeit als f\u00fcr die Daheimgebliebenen. Der Reisende war nach seiner Uhr vielleicht 1 Jahr unterwegs, und dabei k\u00f6nnen f\u00fcr die Daheimgebliebenen z.B. 100 Jahre vergangen sein. Der Reisende ist dann also 100 Jahre in die Zukunft gereist.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber genau so wenig, wie man sich zwischen zwei Orten im Raum mit weniger als 0 Geschwindigkeit bewegen kann, kann man sich weniger als 0 durch die Zeit bewegen. Zeitreisen in die Vergangenheit sind also schon deshalb unm\u00f6glich. Sie sind aber auch unm\u00f6glich, weil man nach einer Zeitreise in die Vergangenheit ja nicht in seiner eigenen Vergangenheit ankommen w\u00fcrde. In der eigenen Vergangenheit hat man ja nicht doppelt existiert &#8211; als Original und als Zeitreisender &#8211; und die Luftmolek\u00fcle, die der Zeitreisende in der Vergangenheit dann verdr\u00e4ngt, waren in der echten Vergangenheit ja ganz woanders. Und noch schlimmer: die Zeitreise in die Vergangenheit w\u00fcrde den Energieerhaltungssatz verletzen. In der Gegenwart w\u00fcrde der Zeitreisende dann ja aus dem Universum verschwinden, so dass das Universum dann ca 100 kg weniger Masse h\u00e4tte. Um diesen Energieverlust (E=mc\u00b2) auszugleichen, m\u00fcsste in der Gegenwart durch das Verschwinden des Zeitreisenden die entsprechende Energie freigesetzt werden. Diese entspr\u00e4che etwa 100.000 mal der Energie, die durch die Hiroshima-Bombe freigesetzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Fazit: Zeitreisen sind relativ einfach m\u00f6glich, es fehlt allenfalls an der n\u00f6tigen Energie f\u00fcr sehr lange Zeitreisen. Zeitreisen in die Vergangenheit sind unm\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In &nbsp;einem interessanten Vortrag hat Tom Berger \u00fcber die Umst\u00e4nde und M\u00f6glichkeit einer Zeitreise referiert und &nbsp;sehr ausf\u00fchrlich den Weg dahin beschrieben. Er stellte die ersten \u201eZeitmaschinen\u201c vor und f\u00fchrte mit den Teilnehmern auch eine Zeitreise durch. 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