Kleidung in der Wegwerfgesellschaft
Mode und Nachhaltigkeit als Thema der Kleiderbörse in Sand

Die Kleiderbörse im Bergcafé im Bad Emstaler Ortsteil Sand leistete am Samstag einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Modeindustrie.
Ursula Günther von der Initiative „Gemeinsam in Bad Emstal“ und Thomas Gurtmann vom Verein der Naturfreunde Bad Emstal haben mit Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer diese Veranstaltung organisiert. Schon zu Beginn des Nachmittags kamen mehrere Besucher, um so zwischen der gebrauchten Herbst- und Winterkleidung für Erwachsene zu stöbern. Zuvor seien alle Kleidungsstücke gesammelt und begutachtet worden, versicherte Ursula Günther. Nun hingen Mäntel, Röcke, Blusen und Kleider nach Größen geordnet an Kleiderstangen, während Hosen und Pullover auf den Tischen gestapelt lagen.
Leif Keilmann aus Sand war schon fündig geworden und hatte einen schwarzen Mantel aus dem Angebot herausgepickt. „Den nehme ich“, sagte er und freute sich über das Schnäppchen. Und wer nach dem „Einkaufen“ eine Stärkung brauchte, der konnte sich an der Kaffee- und Kuchentafel bedienen. Laut Ursula Günter ist die Idee der Kleiderbörse entstanden, weil der Zeitgeist dazu da wäre. Nachhaltigkeit und Mode seien schon in den Köpfen der Konsumenten angekommen, meinte auch Thomas Gurtmann. Um das Thema zu vertiefen, hat er Infotafeln an der Wand befestigt und ein Wasser-Memory ausgelegt. Hier konnten sich die Besucher beispielsweise über die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Bangladesch informieren oder den Wasserverbrauch bei der Herstellung einer Jeans erraten. „Wer bezahlt das alles? Und wohin mit der gebrauchten Kleidung?“, sind die zentralen Fragen in der Modeindustrie laut Thomas Gurtmann. Die Kleiderbörse ist nur ein Teil des Programms der Kooperation zwischen der Wohnungsbaugesellschaft Genoviva, des Naturfreundevereins und der Initiative „Gemeinsam in Bad Emstal“. Es geht allen auch um die Wiederbelebung des Bergcafés, das eine Reihe von Besitzerwechseln hinter sich hat. Ursula Günter ist der Meinung, dass das Haus für weitere Veranstaltungen zum Thema Mode und Nachhaltigkeit gut geeignet sei.

